Emotionen machen unser Leben bunt und vielseitig. Sie gehören nicht nur zu unserem Menschsein und machen uns lebendig, sie beeinflussen auch alle unsere Beziehungen und jede Entscheidung.

Trotzdem erleben wir Emotionen und Gefühle manchmal überfordernd, diffus, mühsam oder widersprüchlich, andererseits auch beglückend, motivierend und anregend. Wir können von ihnen überrollt werden oder uns von ihnen abgeschnitten fühlen. Manchmal werden wir nicht schlau aus ihnen und können sie nicht einordnen. Sie können uns zu unüberlegtem Handeln verleiten oder lähmen, sie können uns jedoch auch beflügeln und ins Handeln bringen. Emotionen und Gefühle machen uns lebendig und sind eine überaus wertvolle Ressource.

Wie wir dieses Geschenk nutzen können und was uns dabei hilft, besser mit Emotionen umzugehen, das teile ich mit dir in meinen folgenden 5 Tipps.

Tipp 1: Entscheide dich, ALLE Emotionen und Gefühle zu akzeptieren

Jede Emotion, jedes Gefühl ist wertvoll und wichtig. Darum erlaube ihnen, dass sie da sein dürfen. Wie bei einer bunten Farbpalette viele Schattierungen sichtbar sind, so gibt es auch eine Vielfalt von Emotionen, eine ganze Gefühlspalette. Keine Emotion, kein Gefühl muss ausgeschlossen werden. Es wäre sonst so, wie wenn wir etwas von dieser bunten Vielfalt ungenutzt lassen würden und damit auch unsere Lebendigkeit einschränken würden. Bei diesem ersten Tipp genügt es, dass du für dich eine bewusste Entscheidung triffst und damit akzeptierst, dass alle deine Emotionen sein dürfen. Mehr brauchst du bei diesem Tipp gar nicht zu tun.

Auch wenn es wie bei einem Farbkreis unzählige Mischungen, Varianten und Nuancen gibt, liegen den Emotionen und Gefühlen einige Basis-Emotionen zu Grunde. Paul Ekman identifizierte 7 Basis-Emotionen

  • Freude
  • Wut
  • Ekel
  • Trauer
  • Verachtung
  • Angst
  • Überraschung

 

Tipp 2: Nimm deine Emotionen wahr, ohne sie zu bewerten

Viel zu oft werden Emotionen und Gefühle abgewertet. Vielleicht hörst du in deinen Ohren noch den Spruch einer Bezugsperson, die dir sagte: Sei nicht wütend, ärgere dich nicht, sei nicht traurig oder vieles mehr. Was damals vielleicht gut gemeint war, kann bewirken, dass wir heute noch meinen, bestimmte Emotionen dürften nicht sein. Wenn wir diesen Stimmen glauben, besteht die Gefahr, dass wir Emotionen verdrängen, verleugnen oder hinunterschlucken wollen. Wir reden uns ein, dass wir uns nicht so fühlen sollten.

Das ist jedoch ein Trugschluss. Nur weil es von anderen zensuriert wurde, heisst es noch lange nicht, dass wir es nicht so erleben. Lerne darum immer mehr in Kontakt mit deinen Emotionen zu kommen. Es gibt solche, die zwar angenehmer sind als andere, aber auch diejenigen, die uns unangenehm erscheinen, haben ihre Berechtigung.

Wie komme ich mehr in Kontakt mit meinen Emotionen, fragst du dich jetzt vielleicht. Es geht erstmals darum, achtsam zu sein und sie einfach wahrzunehmen, indem du dir bewusst überlegst, was du gerade fühlst.

Es kann auch sein, dass du sie körperlich spürst. Die Angst schnürt dir z.B. die Kehle zu oder du fühlst eine Verspannung im Körper. Vor Freude hast du Herzklopfen. Du bist traurig und Tränen beginnen zu fliessen. Etwas ekelt dich und du rümpfst die Nase, vor Überraschung reisst du weit die Augen auf. Beobachte einfach, wie sich Emotionen bei dir äussern und finde über den Körper ganz einfach einen Zugang zu ihnen und nutze sie als wertvolle Ressource.

Behandle sie wie willkommene Gäste, die sich bei dir melden. Du lässt dich neugierig auf sie ein und begegnest ihnen unvoreingenommen, offen, interessiert. Du bist gespannt, was sie dir zu sagen haben und auf was sich dich hinweisen wollen.

Immer wieder staune ich, wie sich meine Kundinnen und Kunden erleichtert fühlen, wenn sie ihre Emotionen ehrlich äussern können. Sie müssen nicht mehr krampfhaft irgendetwas fühlen oder vorgeben, was gar nicht ist. Emotionen und Gefühle wahrzunehmen, bedeutet sich gegenüber ehrlich und echt zu sein.

 

Tipp 3: Entdecke das Bedürfnis hinter deinen Emotionen

Lerne zu erkennen, was hinter deinen Emotionen steckt. Gib ihnen Raum und nimm ihre Botschaft wahr. Überlege dir, auf welches Bedürfnis dich deine Emotion hinweisen will. Ihrer Botschaft kommen wir automatisch auf die Spur, wenn wir unsere Emotionen etwas genauer betrachten.

Stell dir dazu folgende Fragen und dir wird sofort einiges klarer.

  • Warum fühle ich, was ich fühle?
  • Was benötige ich gerade für mich selber?

Hier ein paar Beispiele:

  1. Verspürst du Wut, weil etwas nicht in Ordnung ist? Die Emotion Wut kann dann wie eine Warnlampe sein. Sie zeigt dir, dass etwas ungerecht ist oder nicht mit deinen Vorstellungen übereinstimmt. Du benötigst jetzt vielleicht eine Portion Mut, damit du diese Wut-Energie nutzen kannst, um konkret zu handeln und etwas zu verändern. Mehr dazu in meinem Interview im Schweizer Fernsehen «Fenster zum Sonntag» zum Thema «Wut im Bauch».
  2. Fühlst du dich traurig, weil eine Beziehung zerbrochen ist? Trauer ist eine Emotion, die dir hilft, mit einem Verlust besser klarzukommen und loszulassen. Sie weisst dich möglicherweise darauf hin, diesen Verarbeitungsprozess konkret anzugehen und dir dazu Hilfe zu holen.
  3. Du empfindest Angst, weil du vor einer neuen Herausforderung stehst? Sie weist dich darauf hin, welche Gefahren und Risiken du beachten solltest, damit dein Bedürfnis nach Sicherheit wieder gedeckt ist. Du brauchst möglicherweise klarere Absprachen, mehr Hintergrundwissen, ein neutrales Feedback oder eine Person, die dich unterstützt.

Wenn du dein Bedürfnis hinter deiner Emotion entdeckt hast, kannst du besser dafür sorgen, dass dieses Bedürfnis erfüllt wird. Dazu ist der nächste Tipp wichtig.

 

Tipp 4: Lerne wie du deine Emotionen differenziert ausdrücken kannst

Emotionen und Gefühle präzise und angemessen auszudrücken ist eine Kunst, die du lernen kannst. Statt einfach zu sagen, es geht mir gut oder schlecht, kannst du es passender und aussagekräftiger formulieren. Es ist, wie wenn wir eine Sprache lernen müssten. Das ist sehr wohl möglich und wir alle können unseren Wortschatz in Bezug auf Emotionen erweitern. In der Praxis habe ich dazu kreative Tools, die meinen Kundinnen und Kunden dabei helfen, dass sie leicht und lustvoll einen kreativen Zugang zu ihren Emotionen finden. Hilfreich kann sein, die Emotion einer Basis-Emotion zuzuordnen. Hier habe ich eine kleine Auswahl aufgelistet:

  • Freude – erfreut, glücklich, angetan, erfüllt, zufrieden, inspiriert, dankbar, interessiert, berührt, begeistert
  • Wut – ärgerlich, zornig, fassungslos, entrüstet, empört, aufgebracht, genervt, gereizt, hasserfüllt, ungehalten
  • Ekel – angewidert, geekelt, es schaudert mich, gruselig
  • Trauer – traurig, betrübt, enttäuscht, niedergeschlagen, bedrückt
  • Verachtung – ablehnend, verurteilend, überheblich, beschämt, angeödet,
  • Angst – überfordert, gestresst, schockiert, entsetzt, ängstlich, unsicher, verunsichert, hoffnungslos, verzweifelt
  • Überraschung – durcheinander, verwundert, überrascht, sprachlos, verdutzt

Die Fähigkeit, differenziert ausdrücken zu können, wie du dich fühlst, nützt dir in vielerlei Hinsicht und stärkt deine emotionale Kompetenz. Damit kannst du genauer erkennen und beschreiben, was gerade in dir abläuft. Sie hilft dir, dich selber besser wahrzunehmen, zu verstehen und zu respektieren. Du fühlst dich echt und authentisch.

Ein weiterer Vorteil ist, dass du empathischer auf die Gefühle anderer Menschen eingehen und Hinweise auf ihre Emotionen erkennen kannst. Du stärkst damit deine Beziehungskompetenz.

Letztendlich wird es damit auch viel wahrscheinlicher, dass du von anderen besser verstanden wirst. Du kannst deine Bedürfnisse klarer äussern und leichter bewirken, dass deine Wünsche erfüllt werden. Damit kommen wir zum fünften Tipp.

 

Tipp 5: Nutze deine Emotionen als Schlüssel, um dein Bedürfnis zu erfüllen

Werde konkret und entscheide dich für deinen allernächsten Schritt, um dein Bedürfnis zu erfüllen. Deine Emotionen haben dir geholfen, zu erkennen, was du brauchst oder dir wünschst. Jetzt geht es darum, selbstverantwortlich zu handeln, um einen Schritt weiter zu kommen. Denn nichts ist gut, ausser man tut es. Darum frage dich:

Was ist jetzt als Nächstes dran? Was genau willst du tun?

Was das für dich bedeutet, kannst du am besten selber entscheiden. Vertraue dir und bleib nicht im Nachdenken stecken, sondern werde sehr konkret.

  • Möglicherweise brauchst du ein Klärungsgespräch. Denn dein Ärger hat dir bewusst gemacht, dass du dich gegenüber einer anderen Person deutlicher abgrenzen willst. Vereinbare einen Termin!
  • Du hast vielleicht den Wunsch, ein Treffen mit Freunden zu planen. Deine Freude über einen Erfolg hat dir deutlich gemacht, dass du dies gemeinsam mit andern feiern willst. Plane es konkret!
  • Dir wurde klar, dass du eine neue Herausforderung brauchst und einen Kurs belegen willst. Melde dich gleich an!
  • Ein nächster Schritt kann auch bedeuten, dass du hilfreiche Werkezuge kennen lernen willst, um einen besseren Zugang zu deinen Emotionen zu finden und dir dazu ein Coaching gönnen willst. Vereinbare gleich einen Termin mit mir!

Ich habe dir 5 Tipps an die Hand gegeben, die dich im Umgang mit deinen Emotionen stärken. Möchtest du noch mehr erfahren, wie du deine Emotionen gezielt steuern lernst und wie du sie dazu nutzen kannst, bessere Entscheidungen zu treffen? Dann komme in meinen Workshop „Emotionen und wie sie dir helfen, gute Entscheidungen zu treffen“ Hier zeige ich dir ein einfaches und hilfreiches Tool, das dir sofort dabei hilft, deine Entscheidungen so zu treffen, dass du deine Emotionen berücksichtigst und Kopf und Bauch ins Boot holen kannst.

 

Ja, ich will beim Workshop dabei sein!